MARCO ZANUSO
Der Designer und Stadtplaner Marco Zanuso gilt als einer der Gründungsväter des italienischen Industriedesigns. Zusammen mit der Gruppe des Studios BBPR, Alberto Rosselli, Franco Albini, Marcello Nizzoli und den Gebrüdern Castiglioni trug er in der Nachkriegszeit zur Debatte über die „moderne Bewegung“ in Architektur und Design bei. Zanuso war einer der Ersten, die sich der Problematik annahmen, die die industrielle Verfahrensweise und der Einsatz neuer Hightech-Materialien bei der Herstellung von Gebrauchsgegenständen mit sich brachten.
Nach seinem Universitätsabschluss 1939 war er Redakteur der Zeitschriften Domus (1947–1949) und Casabella (1952–1954) sowie Gründungsmitglied (1956) und Präsident der ADI, italienischer Industriedesignverband, (1966–1969). Von 1961 bis 1991 lehrte Zanuso am Polytechnikum Mailand; bis 1963 arbeitete er mit Cini Boeri im Bereich Innenarchitektur zusammen.
Im Dezember 1948 bekam er den Auftrag, die Bühnenausstattung für den Dreiakter Die Familie Antropus von Thornton Wilder am Piccolo Teatro in Mailand zu gestalten. Den für die Aufführung entworfenen und von Arflex 1978 in Produktion gegebenen Sessel nannte Zanuso nach dem Theaterstück Antropus.
1947 experimentierte er zum ersten Mal mit Pirelli-Schaumgummi, der später bei den für Arflex hergestellten Sitzflächen zum Einsatz kam.
Seine Produkte erhielten viele Auszeichnungen, u. a. acht Mal den Compasso d’Oro (Goldener Zirkel) und sechs Preise bei der Triennale Mailand, und sind im New Yorker Museum of Modern Art sowie in der Design-Dauerausstellung der Triennale zu sehen. Dem Sessel Fourline widmete die italienische Post einer Briefmarke in ihrer Serie über Design. Neben Wohnungseinrichtungen designte Zanuso verschiedenste Gegenstände wie Radios, Fernsehgeräte, Telefone und Nähmaschinen.