EMILIO LAVAZZA
Ein außerordentlicher Industriekapitän, der dem Unternehmen 50 Jahre beispielhafte Betriebsführung widmete.
1932
Emilio Lavazza wird als erster Vertreter der dritten Lavazza-Generation in Turin geboren. Er heiratet Maria Teresa Rey und wird Vater von Giuseppe (aktueller stellvertretender Vorsitzender und Marketingleiter Lavazza) und Francesca (aktuelle Leiterin Corporate Image Lavazza).
1957
Emilio Lavazza, Beppes Sohn, arbeitet seit einigen Jahren im Unternehmen. Da er vom Kommunikationspotenzial klassischer Werbung überzeugt ist, kontaktiert er die Werbeagentur Testa aus Turin und beauftragt sie mit einer nationalen Plakatkampagne. Auf diese Weise entsteht eine langfristige und bedeutende Zusammenarbeit, die zur Freundschaft zwischen Beppe und Emilio Lavazza und Armando Testa führt.
Unter Emilios Leitung geht der Konzern auf Expansionskurs in Europa und der ganzen Welt und segelt einer großen Herausforderung entgegen, die Emilio überzeugt in Angriff nahm. Ergebnis? Das Unternehmen hat heute acht ausländische Tochtergesellschaften und ist mit seiner Marke in 90 Ländern vertreten. Dabei bewahrt es die authentische italienische Identität und die Führungsposition im Binnenmarkt.
1958
Lavazza und Testa, Partner auf einer langen Reise
Das Ende der 50er Jahre ist in Italien durch einen großen Wirtschaftsboom, das Verlangen nach modernem Konsum und die Etablierung eines neuen Kommunikationsmittels geprägt: das Fernsehen. Das Werbeprogramm Carosello ist die Sendung mit den höchsten Einschaltquoten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Einen besseren Prüfstand für neue, wichtige Kampagnen kann man sich wohl kaum vorstellen!
Emilio Lavazza ist vom Potenzial der Werbung überzeugt, kontaktiert die Werbeagentur Testa und beauftragt sie mit einer nationalen Plakatkampagne. Lavazza und Testa begründen so eine der solidesten und rentabelsten Partnerschaften der italienischen Werbegeschichte, die bis heute unverändert andauert.
1959-1960 Paulista-Caffè und die Abenteuer von Caballero und Carmencita in der Werbung
1958 fördert Emilio Lavazza die Lancierung des Produkts Paulista in vakuumverschlossenen Dosen. Begleitet wird die Einführung dieses Kaffees durch die erste, unvergessliche Lavazza-Werbekampagne: Die Abenteuer von Caballero und Carmencita drehen sich um die Produktfigur Paulista. Ziel ist es, ein vom Namen Lavazza unabhängiges starkes Brand-Image ins Leben zu rufen. Paulista wird zu einem Namen und zu einer erkennbaren Produktmarke, jedoch auch zu einer Figur. Die gesamte Kampagne ist eines der ersten Beispiele für integrierte Kommunikation.
1971
Nach dem Tod seines Vaters Giuseppe wird Emilio 1971 zum Geschäftsführer des Unternehmens ernannt.
1980
Emilio Lavazza wird neuer Präsident von Lavazza, sein Stellvertreter wird Pericles Sohn Alberto.
1986 – 1988
Emilio Lavazza wird Präsident der EUCA (European Coffee Association) und der ECF (European Coffee Federation) und setzt somit die von Pericle begonnene Aufgabe fort, Rohkaffee direkt in den Anbauländern auszuwählen und einzukaufen.
1991
Am 2. Juni 1991 wird Emilio zum Cavaliere del Lavoro della Repubblica ernannt.
1993
1993 verleiht ihm die Fakultät für Betriebswirtschaft der Universität Turin die Ehrendoktorwürde.
1995
Hundert Jahre Lavazza
Das Jahr 1995 ist für Lavazza vor allem ein Jubiläumsjahr. Am 22. und am 23. Juni wird das hundertjährige Bestehen des Unternehmens gefeiert. Den Auftakt der Feierlichkeiten bildet die Begegnung von Emilio und Alberto Lavazza mit etwa tausend Gästen auf dem Werksgelände. Zu diesem Anlass wird die Unternehmensgeschichte vorgestellt und Mitarbeiter mit 25-jähriger Betriebszugehörigkeit erhalten eine Auszeichnung. Am Tag darauf findet im Lingotto ein Galaabend mit Künstlern und Prominenten statt.
1998
Emilio Lavazza zur Euroeinführung
Emilio Lavazza äußert sich zur unmittelbar bevorstehenden Einführung des Euro und definiert sie als eine Art „Big Bang“, auf den sich der gesamte Konzern vorzubereiten habe: „Der europäische Markt ist mit 290 Millionen Verbrauchern als heimisch zu betrachten”, sagt er. „Dies ist ein neuer Anreiz zur Internationalisierung, die bei Lavazza schon immer Teil der Unternehmensstrategie war.“
2008
Seit Juni 2008 war Emilio Lavazza Ehrenpräsident des Unternehmens und in seiner Amtszeit mauserte sich Lavazza zu einem weltweit etablierten Konzern, führend auf dem Kaffeemarkt.
Mit seinem Scharfsinn, seiner Sensibilität und dem Bewusstsein, dass der Erfolg eines Unternehmens vom Verhältnis zu den Mitarbeitern abhängt, hinterlässt Emilio Lavazza seiner Familie und seiner Firma in ethischer und menschlicher Hinsicht ein großes Erbe.